In dieser Spezialsprechstunde bieten wir für Patienten mit fortgeschrittenen (in der Regel metastasierten) Tumorerkrankungen individuelle Konzepte zur systemischen Krebstherapie an. Stellvertretend für zahlreiche Konzepte unter Einbeziehung von schul- und complementärmedizinischen Ansätzen stellen wir an dieser Stelle unseren Therapieansatz der metronomischen Chemotherapie vor.
Bei diesem speziellen chemotherapeutischen Konzept werden konventionelle Chemotherapeutika in nahezu homöopathischen Dosen zur Tumortherapie verwendet. Die Therapie zielt dabei auf die „Aushungerung des Tumors und seiner Metastasen“ durch die Blockade der Blutzufuhr (antiangiogenes Therapiekonzept).
Für gewöhnlich wird ein fortgeschrittener, bösartiger Tumor mit einer standardisierten Chemotherapie behandelt. Das bedeutet, alle Patienten bekommen das gleiche Schema, welches lediglich an die auftretenden Nebenwirkungen angepasst wird. Zunächst sprechen der Tumor bzw. die Metastasen häufig gut auf die Therapie an. Das große Problem in der Tumortherapie besteht in der Ausbildung von Resistenzen gegen die Therapie und damit verbundenes, erneutes Wachstum der Metastasen.
Ein bösartiger Tumor, genauso wie seine Metastasen, benötigen Blutgefäße zur Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Fehlt diese Versorgung, so stirbt der Tumor bzw. die
Metastasen ab. Der große Vorteil bei dieser metronomischen Tumortherapie ist es, dass nicht die Tumorzellen behandelt werden, welche häufig resistent gegen die Therapie werden, sondern normale gefäßbildende Zellen, die nicht über dieses mutagene Potential der Tumorzellen verfügen und daher in der Regel keine Resistenz entwickeln.
Bei der individuellen metronomischen Krebstherapie handelt es sich nicht um eine Chemotherapie im eigentlichen Sinne, sondern um eine gegen den Tumor oder die Metastasen versorgenden Blutgefäße gerichtete sogenannte Anti-Angiogenesetherapie. Den größten Teil unserer Erfahrungen haben wir an urologischen Tumoren gesammelt (insbesondere Prostata-, Nieren- und Blasenkarzinom) jedoch ist, basierend auf dem Angiogeneseansatz, jede Tumorart mit der metronomischen Krebstherapie behandelbar.
Ein individuelles metronomisches Therapiekonzept berücksichtigt die individuellen Gegebenheiten jedes Patienten und passt die Therapie regelmäßig an das Wachstumsverhalten des Tumors an. Um dies zu gewährleisten, werden regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt, welche die aktuelle Situation der Erkrankung abbilden.
Diese individualisierte Therapie ist keine Standardtherapie und schon aufgrund ihres individuellen Charakters nicht von den staatlichen Aufsichtsbehörden und Krankenkassen zugelassen. Wir führen diese individualisierten Therapien als sogenannte „Off-label-Therapien“ durch. Bei den Therapien kommen ausgewählte zugelassene Wirkstoffe (Chemotherapeutika, Biological Modifiers, Tyrosinkinaseinhibitoren, sowie auch Naturstoffe) zum Einsatz. Die Therapie ist in der Regel deutlich besser verträglich als eine herkömmliche Chemotherapie.



